Gedächtnistraining mit Spaß.
Gestern hatte ich ein Seminar für Lerntechnik. Uns wurde die Methode Mega-Memory vorgestellt. Ich muss sagen, erst war ich sehr skeptisch. Schließlich ist man mit seiner bisherigen Methode gut durchs Leben gekommen. Doch zunehmend hat mich der nette Herr überzeugt. Ich mein bei einer Kursgebühr von 340 Euro pro Person, die ich zum Glück nicht selbst bezahlen musste, sollte man auch nichts anderes erwarten.
Nun Mega-Memory basiert auf gehirngerechtes Lernen. Das heißt das, was zu lernen ist mit seinen Gefühlen verknüpfen, zu etwas Spaßigem und Komischen machen und alles irgendwie visualisieren und ja, das geht auch bei abstrakten Begriffen.
Als erstes lernt man Listen. Unser Kopf, unser Gehirn, weiß bestimmte Dinge schon. Die Abfolge von Zahlen zum Beispiel, oder das Alphabet. Diese neuronalen Verbindungen im Hirn sind so fest eingeprägt, dass man fast alles damit verknüpfen kann. Wenn man sich vom Alltäglichen löst und mal wieder kindisch denkt und handelt funktioniert das auch. Man macht aus Begriffen einfach Geschichten. Die erste Liste, die wir lernten (nach der neuen Technik) ist die “Baum-Liste”. Die Zahlen von 1 bis 10 werden dabei mit Begriffen verknüpft:
- Baum (sieht aus wie eine 1)
- Lichtschalter (2 Seiten, hell/dunkel, an/aus)
- Hocker (3 Beine)
- Auto (4 “nicht vorhandene” Räder)
- Hand (fünf Finger)
- Würfel (sechs Seiten, eine 6 würfeln)
- Zwerg (sieben Zwerge)
- Achterbahn (sieht aus wie eine Acht)
- Katze (neun Leben)
- Bibel (zehn Gebote)
Auf diese Grundlage wird dann vieles aufgebaut. Die Zahlen bis 100 gibt es in einer Liste. Alles kann damit verknüpft werden. Dabei denkt man sich im Kopf nur eine Geschichte aus. Dazu muss man nicht allzu kreativ sein, nur leicht verrückt, Mut dazu haben mal in ungeordneten Bahnen zu denken. Diese Zahlen mit den einzelnen Begriffen sind Schubladen. Das Gelernte wird darin abgelegt und wenn man darauf zurück greifen will, weiß das Gehirn wo es zu suchen hat. Übrigens hab ich mir nichts aufgeschrieben. Diese Listen und Geschichten weiß ich noch aus dem Kopf. Das ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass mich viele Dinge, die im Laufe des Seminars zu lernen waren, nicht interessierten. Und doch weiß ich noch alles. Das ist faszinierend oder?
Das Seminar bestand zum größten Teil aus Übungen. Wir lernten ein paar Listen und dann verknüpften wir diese. Dann gab es neue Listen. Insgesamt haben wir fünf Listen gelernt. Diese sollte man sich einprägen und zu einem festen Bestandteil seines Denkens machen. Je öfter man damit arbeitet umso einfacher und selbstverständlicher wird es. Ich werde hier zunächst nur die Listen nennen und später darauf eingehen, was ich mir dazu gemerkt habe.
Die nächse Liste ist die “Fußball-Liste” mit den Zahlen von 11 bis 20:
11 Fußball
12 Geist
13 Fahrstuhl
14 Herz
15 Ritter
16 Teenager
17 Kartenspiel
18 Stau
19 Abendessen
20 Fernseher
Bei den Zahlen von 21 bis 80 handelt es sich um sogenannte “Raum-Listen”. Für jeden Zehnerblock ein Raum und für jede Zahl einen Gegenstand im Raum. Dabei sollte man seine eigenen Räume in der Wohnung wählen oder den Arbeitsplatz um schon einen persönlichen Bezug herzustellen.
Die “Auto-Liste” sind die Zahlen von 81 bis 90:
81 Stoßstange
82 Motorhaube
83 Scheibenwischer
84 Windschutzscheibe
85 Lenkrad
86 Hupe
87 Schalthebel
88 CD-Fach
89 Handschuhfach
90 Kofferraum
Man glaubt: Oh mein Gott, dass kann ich mir doch nie merken und doch, es funktioniert. Unbewusst merkt sich das Gehirn die Geschichte. Man kommt von der Zahl zur Geschichte zum Baum, Auto usw… es ist genial wie spielerisch einfach es ist. Nicht vergessen: Jeder muss sich zu den Listen eine Geschichte ausdenken!
Die letzte Liste ist die “Körper-Liste”. Sie gehört wie die Baumliste zum Grundrepertoire und wird sehr häufig benutzt. Schließlich hat man seinen Körper ja auch immer bei sich.
91 Füße
92 Knie
93 Oberschenkel
94 Hintern
95 Taille/Bauch
96 Brust (da sitzt der Würfel;)
97 Schultern
98 Hals
99 Gesicht
100 Haupt
So und dann kanns los gehen. Es ist schwierig zu erklären. Wie gesagt: visualisieren, bildhaft machen, eine Geschichte dazu, mit den Wörtern spielen. Das führte insgesamt dazu, dass ich auch jetzt noch folgendes, gelerntes auswendig kann, auch wenn ich nicht die Notwendigkeit dafür sehe (von wegen Unwichtiges ist weg). Ich möchte sie einfach mal hier aufschreiben und zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen, ob ich es immer noch kann :)
Die 12 letzten Finanzminister Deutschlands
- Strauß, CSU
- Müller, SPD
- Schiller, SPD
- Schmidt, SPD
- Apel, SPD
- Matthöfer, SPD
- Lahnstein, SPD
- Stoltenberg, CDU
- Weigel, CSU
- Lafontaine, SPD
- Eichel, SPD
- Steinbrück, SPD
Sachen aus dem Keller
- Joghurt
- Wein
- Säge
- Marmelade
- Obst
- Milch
- Farbe
- Zelt
- Ball
- Konservendose
10 Wagner-Opern
- Rheingold
- Walküre
- Siegfried
- Götterdämmerung
- Tannhäuser
- Parsifal
- Lohengrin
- Tristan und Isolde
- Die Nürnberger Meistersänger
- Der fliegende Holländer
Die letzten 10 amerikanischen Präsidenten
- Eisenhower
- Kennedy
- Johnson
- Nixon
- Ford
- Carter
- Reagan
- Bush senior
- Clinton
- Bush junior
- und jetzt natürlich Obama, aber den brauch man nicht lernen :)
Wir hatten auch noch einige Dinge, die jetzt aber wirklich uninteressant waren. Also. Das wars auch “schon”. Ich finde diese Technik wirklich sehr gut. Man muss nur weiter daran arbeiten. Wir haben auch ein Buch, eher Heft, bekommen, wo einzelne Dinge nochmal drin stehen und auch weitere Übungen und Geschichten. Da fällt mir gerade ein: wir hatten auch eine Geschichte über einen Mann der Dinge erlebt. Am Ende stellte sich heraus, dass dort die Länder der europäischen Union mit eingearbeitet waren. Alle 27. Aber dabei bin ich mir nicht so sicher ob ich diese noch wieder geben kann. Denn hier ist hauptsächlich die Geschichte interessant. Ich werde auf jeden Fall versuchen am Ball zu bleiben.
Nachtrag: 28.01.2010: Ha! Das war natürlich ein toller Versuch. Wie so oft im Leben findet man einfach keine Zeit diese Dinge zu tun und ich habe leider diese Technik kaum noch im Kopf. Darüber hinaus muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht mal mehr weiß, wo dieses Heft abgeblieben ist. Entweder es befindet sich hier irgendwo in meinem Zimmer oder ich weiß, dass ich es damals A. ausgeliehen habe. Vielleicht hat sie es ja noch. Ich tendiere aber doch eher auf meine Schusseligkeit. Naaaaaaaaajaaa. Gut. Wenn ich es vielleicht nochmal wieder finde kann ich mir die Dinge ja nochmal anschauen.
PS.: Vielleicht ist bei Fragen der Name des Seminarleiters hilfreich: Helgo Bretschneider (hier die Internetseite: http://www.impuls-seminare.de/)
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